Linux-Kleinstsysteme

Der Raspberry Pi war sicher nicht der erste mit Linux betriebene Einplatinencomputer, der das Licht der Welt erblickt hat. Zweifelsohne erreichte er aber als eines der ersten Hardware-Systeme echte mediale Aufmerksamkeit. Sicher, es gab schon verbreitete Mikrocontroller, doch zielen diese eher auf andere Anwendungsfälle ab. In diesem Artikel möchte nur die aktuelle Situation im Umfeld für mich geeigneter Linux-Systeme aufzeigen.

Raspberry Pi A
Raspberry Pi A

Zuerst stellt sich hierbei die Frage, was eigentlich ein geeignetes System ist. Ich suche nach einer möglichst kleinen Plattform, Maximal in der Größe eines Raspberry Pi. Anforderungen an Konnektivität sind LAN und WLAN, da der primäre Einsatzzweck ein Access Point sein wird. Ich kann bzw. möchte nicht auf ein vorgefertigtes System setzen, da ich den Betrieb einer 802.1X-Authentifizierung plane. Die Rechenleistung spielt an sich eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist eher, dass die eingesetzte Platine möglichst wenig Strom verbraucht, da ein Dauerbetrieb angedacht ist. Ein Jahr ohne Schalttag hat 8760 Stunden. Bei einem Verbrauch von einem Watt und einem gerundeten Preis von 0,30€ pro kWh ergibt dies einen Jahrespreis von etwa 2,70€. Sind dann noch mehrere dieser Systeme im Einsatz und verbrauchen mehr als ein Watt, wird das schnell ein teurer Spaß. Wie steht es aber um die aktuelle Situation? Neben zwei Kampagnen, die ich auf Kickstarter beobachte(t habe), gibt es weitere Systeme. Selbstverständlich kann ich hier nicht jedes System abbilden. Die folgende Tabelle entspricht eher meiner persönlichen Übersicht über mögliche Kandidaten. Kommentare zur Ergänzung sind gerne gesehen, denn vollständig ist die Liste sicher nicht.

System Preis1 CPU RAM Speicher2 LAN2 WIFI2
C.H.I.P. 9 €3 1 GHz 512 MB 4 GB ?4 802.11 bgn
Carambola 2 20 € 400 MHz 64 MB 16 MB 2*5 802.11 bgn
CM-T335 30 €3 275 MHz 128 MB 128 MB 1*5 802.11 bgn
Domino 24 € 400 MHz 64 MB 16 MB 2*5 802.11 bgn
Raspberry Pi 2 35 € 4 x 1 GHz 1 GB 1
VoCore 20 €3 360 MHz 32 MB 8 MB 1*5 Ja
WiFiG25-128 30 €3 400 MHz 128 MB 256 MB ?4 802.11 bgn
WRTNode 25 € 600 MHz 512 MB 128 MB 4*5 300 Mbps
  • 1 Preisangabe brutto (ohne Steuern und Versand)
  • 2 Ohne Erweiterung durch Speicherkarten oder USB-Sticks
  • 3 Preis wird durch Versand mindestens verdoppelt
  • 4 Keine Angabe durch den Herstellers
  • 5 LAN-Anschlüsse nur als Pins vorhanden (manuelle Montage eines RJ45-Anschlusses notwendig)

Für jede Situation gibt es Diagramme, welche die Auswirkung der Parameter anzeigt. Ein typisches, passendes Beispiel ist die Beziehung zwischen Preis, Geschwindigkeit und Qualität. Werden zwei Aspekte positiv gewählt, so muss der dritte Punkt negativ gewertet werden. So ist im Normalfall davon auszugehen, dass einem Produkt, das schnell fertig sein und wenig kosten soll, keine zu großen Qualitätsansprüche entgegengebracht werden sollten. Wird das Diagramm auf die Tabelle bezogen, so lässt sich klar sagen – es gibt nicht DAS System. Ich kann leider noch nicht genau sagen, wofür ich mich entscheide. Ich habe mir über Kickstarter ein Domino-Modul bestellt, um mich an OpenWRT zu versuchen. Ich bin gespannt, ob bzw. wann das Modul bei mir eintrifft. Mit Debian habe ich durch den Raspberry Pi bereits einige Erfahrungen sammeln können. Mit der Recherche nach möglichen Kandidaten für einen entsprechenden Access Point (und ggf. weiteren Aufgaben) verfolge ich ein bestimmtes Ziel. Wie dieses aussieht, werde ich in einem späteren Artikel erläutern. Bisher ist die Idee jedoch noch nicht vollständig geplant, weshalb ich noch keine Informationen darüber veröffentliche. Das folgt aber, versprochen!

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